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Mit Handarbeit Geld verdienen
Keine Frage, Handarbeiten sind wieder "in". Prominente stricken um die Wette, Studenten zwischen und während den Vorlesungen, Ärzte loben die gesundheitsfördernde Wirkung der "meditativen Aspekte" von Handarbeit, und Mütter wie Omas staunen nicht schlecht über den unerwarteten Kursanstieg ihrer handwerklichen Ratschläge bei Töchtern und Enkelinnen. Bei weckt mit dem allgemeinen Interesse an Handarbeiten neben neuem Selbstbewusstsein auch Ideen, mit dem kreativem Zeitvertreib in einen Nebenverdienst zu erwirtschaften oder gar - wer weiss - irgendwann auch den Lebensunterhalt damit bestreiten zu können. Früher, als Handarbeit ein Nischenthema war und bevor der Boom zu Selbstgemachtem in Internet losrollte, bedeutete das Vorhaben mit Handarbeiten Geld zu verdienen ein nicht unbeträchtliches Maß an zuätzlich investierter Zeit und Energie. Einen Verkaufsstand für den Flohmarktstand organisieren, Unkosten für Standmiete, An- und Abfahrt und die Rollentiketten kalkulieren, Geschäfte und Vereine kontaktieren und besuchen. Es musste an vieles gedacht werden, was mit der eigentlichen Erstellung des Sortiments an Werkstücken wenig zu tun hatte.

Seitdem hat sich einiges getan, und viele neue Optionen haben sich aufgetan, die seinerzeit niemand für möglich hielt. Um die Jahrtausendwende kam zunächst ebay, ein Internet Marktplatz (oder besser Flohmarkt), auf dem sich neben vielem anderen auch Handarbeiten verkaufen liessen. Dort kam die Online Nachfrage nach Anleitungen zu Handarbeiten im Internet erstmals richtig in Schwung und viele Veteraninnen arbeiten noch heute damit. Die endgültige "Wende" brachte dann ab Mitte des vergangenen Jahrzehnts der Erfolg von auf Selbstgemachtes spezialisierten Portalen wie etsy.com, in denen man sich nach Anmeldung auch einen eigenen Shop einrichten kann. Kam man anfangs in diesen Portalen ohne Englischkenntnisse nur relativ mühselig vorwärts, gibt es heute grosse deutsche Nutzergemeinden bei ravelry.com oder gänzlich deutschsprachige Portale wie de.dawanda.com. Einer der grössten Pluspunkte dieser Plattfomen ist, dass Interessierte, die dort hineinschauen, nicht nach Stangenware sondern ausdrücklich nach Selbstgemachtem suchen, mal ganz abgesehen von dem Spass, den man beim Entdecken der vielen tollen Werkstücke und beim Austausch mit Gleichgesinnten hat.

Bei den meisten erfolgreichen NutzerInnen auf diesen Portalen beobachtet man eine Spezialisierung auf einen bestimmten Bereich und oder ein Verkausfkonzept. Mit der Wahl des desselben sollte frau sich ruhig viel Zeit nehmen, denn mit Topflappen allein gestaltet sich der der Weg zum Erfolg eher steinig. Auch bei den angeblich zeitlosen Handarbeiten gibt es so etwas wie Trends, und frau sollte versuchen, hierfür ein Gespür zu entwickeln. Geschmackvolle und praktische Umstandsmode zum Beispiel ist nach Meinung vieler Frauen in Deutschland nach wie vor Mangelware, und derzeit weist das Barmoter deutlich in Richtung Maßanfertigungenen oder eben auch Selbstgemachtem. Gehäkelte Still BHs etwa wären sicher ein interessanter Ansatz. Und zu Produkten wie "Wickeltaschen für Sie" liesse sich sicher ergänzend eine "Wickeltasche für ihn" entwerfen, oder zumindest eine für "sie und ihn", denn schliesslich ist das Wickeln heutzutage ja nicht mehr nur Frauensache. Nebenbei: auf der Suche nach Trends und originellen Ideen kann sich der Besuch der Webseite eines Werbeartikel Anbieters wie www.die6.de durchaus als lohnend erweisen. Bei vielen der angebotenen Artikel zählt die Idee mindestens genauso viel wie die Verarbeitung, und bei der Suche nach einer orginellen Umsetzung mit handarbeitlichen Mitteln lässt sich oft etwas ungeahnt neues hervorbringen.

Zu bemerken bliebe noch, dass sich zum Wohle der "Bodenhaftung" bei der Planung ein kleines Gespräch mit dem Finanzamt oder einem guten Steuerberater als meistens als ausgeprochen nützlich herraustellt, und zwar noch vor dem Umstieg vom Hobby zur Nebenbeschäftigung. Das deutsche Einkommensteuergesetz unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Nebenverdiensten - bei Arbeitnehmern, Selbständigen, Studenten und Hausfrauen liegt der Fall jedesmal etwas anders, die entsprechenden Regelungen werden recht häufig geändert oder können in der Praxis sogar lokal etwas voneinander abweichen. Unter dem Strich steht aber wie immer die alte Weisheite: wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.